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Medizin & Sport
Segeln
als Sport und zur Therapie
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Segeln als Sport und zur Therapie
Vom Jollensegeln auf einem kleinen See vor
der Haustür über ehrgeizige Regatten
bis zum großen Törn auf fernen
Meeren reicht das Spektrum des Segelsports.
Entsprechend vielfältig sind die Ansprüche,
die an die sportlich Aktiven gestellt werden.
Allen Formen des Segelns gemeinsam ist die
Faszination des Windes und des Wassers,
die im Zusammenspiel mit den Herausforderungen
der Bootsführung die große Popularität
des Sports erklärt.

Dr. Frank Praetorius auf dem Nordatlantik
(siehe
Interview).
Denn man ist an der frischen Luft, beschäftigt
sich mit Wind und Wetter, findet eine Balance
zwischen An- und Entspannung entweder
alleine auf sich gestellt oder als Mitglied
einer Crew, je nach Wunsch eher passiv oder
sportlich aktiv. Dabei ist Segeln für
Personen jeder Altersstufe geeignet. Und
den Grad der Herausforderung bestimmt jeder
selbst: Schon auf Binnengewässern reicht
die Bandbreite von gemütlichen Kaffeefahrten
über sportliches Jollen- und Kat-Segeln
im Trapez bis zu ehrgeizigen Regatten auf
Kielyachten. Erst recht bietet das Segeln
auf dem Meer angefangen von küstennahen
Törns bis zur unberechenbaren Hochsee
die unterschiedlichsten Formen, sich auf
dem Boot zu verwirklichen.
Wer
beim Segeln mehr sein möchte als ein
Passagier, wer selbst an der Pinne oder
am Ruder stehen möchte, der (oder die)
kommt nicht umhin, die Grundlagen des Segelns
und Bootsführens zu erlernen. Das ist
nicht nur ein Gebot der Vernunft, sondern
in vielfältiger Weise geregelt und
abhängig von Schiff und Revier auch
mittels Führerscheine behördlich
vorgeschrieben.
Der
Traum vom eigenen Boot
Wenn der Wunsch nach einem eigenen Boot
aufkommt, gilt es zunächst den finanziellen
Aufwand realistisch abzuschätzen. Unter
Besitzern großer Hochseeyachten, die
sich als veritable Geldvernichtungsmaschinen
erweisen können, kursiert der Spruch,
dass es neben dem Tag des Schiffskaufs nur
noch eine zweiten, wirklich glücklichen
im Leben gäbe nämlich den
Tag des Verkaufs.
Erfreulicherweise
läßt sich der Traum vom eigenen
Boot bei bescheideneren Ansprüchen
auch sehr preiswert realisieren. So gibt
es kleine Jollen, die sich gebraucht fast
jeder leisten kann. Und da man für
diese Boote keinen Wasserliegeplatz braucht,
sondern sie an Land slippen kann, halten
sich auch die Liegeplatzgebühren im
Rahmen. Mit dem einzigen Problem, dass es
an vielen Seen einige Geduld und etwas Glück
braucht, um überhaupt einen Platz für
sein Boot zu finden.
Grundsätzlich
steht eine ungeheure Vielzahl an Bootstypen
zur Auswahl. Und es zeichnet den Segelliebhaber
aus, dass er mit großer Leidenschaft
über die Vor- und Nachteile von Jollen,
Kielbooten, Mehrrümpflern, Langkielern,
Gaffeltakelage, Yawls etc. philosophieren
kann. Damit der Traum von einem größeren
Boot nicht unerfüllt bleibt, werden
diese nicht selten in Eignergemeinschaften
erworben und unterhalten.
Kostengünstig
auf große Fahrt
Eine beliebte Alternative zum Kauf eines
größeren Schiffes ist das Chartern.
Hierbei mietet oft eine Gruppe ein Schiff
und teilt sich die Kosten. Unter der Seite
www.segelcharter.nl zum Beispiel findet
sich ein großes Angebot an traditionellen
Segelschiffen, die in niederländischen
Häfen zu chartern sind. Die Kosten
reichen hier je nach Schiffsgröße
von etwa 500 bis 1500 Euro pro Tag. Verteilt
auf die Mitfahrer liegen die Kosten bei
etwa 50 Euro pro Tag und Person, vorausgesetzt
es sind alle Schlafplätze belegt. Hinzu
kommt die Verpflegung. Damit ist das Segelschiff
auch nicht teurer als ein Urlaub im normalen
Mittelklassehotel.
Es
gibt Charterangebote nicht nur an der Nord-
und Ostsee sowie im gesamten Mittelmeerraum.
Auch in fernen Revieren zum Beispiel in
der Karabik gibt es Stützpunkte renommierter
Bootsverleiher. Je nach Können und
Selbstvertrauen kann das Schiff selbst gesteuert
werden. Oder es ist in der Charter die Heuer
für einen Skipper (Kapitän) und/oder
Crew inklusive. Diese erfahrenen Seeleute
haben die erforderlichen Schifferspatente,
kennen die umgebenden Gewässer und
führen die Mannschaft worunter
die Segelgäste zu verstehen sind. Eine
derartige Charterreise ist nicht mit einer
Kreuzfahrt zu verwechseln, wo die Reisenden
den ganzen Tag umsorgt werden, vielmehr
muss von der Nachtwache über die Arbeit
an den Schoten bis zum Kochdienst in der
Kombüse jeder mitmachen. Im Trend liegt
bei Charterfreunden das sogenannte Flottillensegeln,
bei dem im Verbund mehrerer Yachten im Kielwasser
einer Proficrew gesegelt wird.
Medizin
an Bord
Während spezielle Gesundheitsthemen
bei Freizeitseglern, die auf Binnengewässern
unterwegs sind, keine besondere Rolle spielen,
sieht die Situation bei Hochseefahrten deutlich
anders aus. Der Klassiker ist dabei zweifellos
die Seekrankheit. Ob oder wie die Seekrankheit
behandelt werden sollte, ist unter Medizinern
wie Skippern ein häufig diskutiertes
Thema.
Ein
anderer wesentlicher Aspekt ist die medizinische
Behandlung an Bord und die mitzuführende
Reiseapotheke. Grundsätzlich ist auf
See anders als daheim kein Notarzt oder
Krankenhaus kurzfristig erreichbar. Darin
ähnelt die Seereise Touren in weit
abgelegene Regionen, wie etwa Trekking im
Himalaya. Die wichtigsten Medikamente und
Verbandsmaterialien sollten also an Bord
vorhanden sein, wobei sich Ausstattungsumfang
und Menge nach der Länge der Reise
und der Entfernung vom Land richten. Während
für Tagesausflüge ein einfacher
Erste-Hilfe-Kasten genügt, darf die
Ausstattung bei zweiwöchigen Törns
durchaus etwas umfangreicher sein.
Chartertouristen
können zwar davon ausgehen, dass eine
Bordapotheke vorhanden ist. Insbesondere
darf ein Vorrat an Verbandsmaterial, Schmerz-
und Desinfektionsmitteln erwartet werden.
Darauf verlassen sollte man sich allerdings
nicht. Mediziner sind darüber hinaus
gut beraten, nach eigenem Ermessen Medikamente
für Notfälle mitführen, zum
Beispiel injizierbare Antibiotika. Können
sie doch leicht in die Situation kommen,
als Notarzt fungieren zu müssen.
Näheres erläutert Dr. Frank Praetorius,
langjähriger Fahrtensegler und Vorstandsmitglied
in der Kreuzerabteilung des Deutschen Seglerverbandes,
im Interview.
Das
Schiff als Sozialhilfe
Neben dem Erlebniswert des Törns auf
einem größeren Segelschiff stellt
auch die soziale Situation an Bord eine
Besonderheit dar, die geprägt ist von
räumlicher Enge und Teamarbeit unter
den Bedingungen des Nichtausweichenkönnens.
Diese Situation macht mehrtägige Segeltörns
einerseits interessant für Managerseminare
und Betriebsausflüge, andererseits
auch für die Jugenderziehung, die in
der Segelpädagogik eine spezielle Form
gefunden hat. Darüber hinaus hat sich
das Segeln für behinderte Menschen
als psychologisch wertvoll erwiesen
so gibt es gute Erfahrungen mit Blinden
an Bord.
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