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17.07.2010 

 

 

 


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Segeln als Sport und zur Therapie
 

 

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Segeln als Sport und zur Therapie

Vom Jollensegeln auf einem kleinen See vor der Haustür über ehrgeizige Regatten bis zum großen Törn auf fernen Meeren reicht das Spektrum des Segelsports. Entsprechend vielfältig sind die Ansprüche, die an die sportlich Aktiven gestellt werden. Allen Formen des Segelns gemeinsam ist die Faszination des Windes und des Wassers, die im Zusammenspiel mit den Herausforderungen der Bootsführung die große Popularität des Sports erklärt.




Dr. Frank Praetorius auf dem Nordatlantik (siehe Interview).


Denn man ist an der frischen Luft, beschäftigt sich mit Wind und Wetter, findet eine Balance zwischen An- und Entspannung – entweder alleine auf sich gestellt oder als Mitglied einer Crew, je nach Wunsch eher passiv oder sportlich aktiv. Dabei ist Segeln für Personen jeder Altersstufe geeignet. Und den Grad der Herausforderung bestimmt jeder selbst: Schon auf Binnengewässern reicht die Bandbreite von gemütlichen „Kaffeefahrten“ über sportliches Jollen- und Kat-Segeln im Trapez bis zu ehrgeizigen Regatten auf Kielyachten. Erst recht bietet das Segeln auf dem Meer angefangen von küstennahen Törns bis zur unberechenbaren Hochsee die unterschiedlichsten Formen, sich auf dem Boot zu verwirklichen.

Wer beim Segeln mehr sein möchte als ein Passagier, wer selbst an der Pinne oder am Ruder stehen möchte, der (oder die) kommt nicht umhin, die Grundlagen des Segelns und Bootsführens zu erlernen. Das ist nicht nur ein Gebot der Vernunft, sondern in vielfältiger Weise geregelt und abhängig von Schiff und Revier auch mittels Führerscheine behördlich vorgeschrieben.

Der Traum vom eigenen Boot
Wenn der Wunsch nach einem eigenen Boot aufkommt, gilt es zunächst den finanziellen Aufwand realistisch abzuschätzen. Unter Besitzern großer Hochseeyachten, die sich als veritable Geldvernichtungsmaschinen erweisen können, kursiert der Spruch, dass es neben dem Tag des Schiffskaufs nur noch eine zweiten, wirklich glücklichen im Leben gäbe – nämlich den Tag des Verkaufs.

Erfreulicherweise läßt sich der Traum vom eigenen Boot bei bescheideneren Ansprüchen auch sehr preiswert realisieren. So gibt es kleine Jollen, die sich gebraucht fast jeder leisten kann. Und da man für diese Boote keinen Wasserliegeplatz braucht, sondern sie an Land slippen kann, halten sich auch die Liegeplatzgebühren im Rahmen. Mit dem einzigen Problem, dass es an vielen Seen einige Geduld und etwas Glück braucht, um überhaupt einen Platz für sein Boot zu finden.

Grundsätzlich steht eine ungeheure Vielzahl an Bootstypen zur Auswahl. Und es zeichnet den Segelliebhaber aus, dass er mit großer Leidenschaft über die Vor- und Nachteile von Jollen, Kielbooten, Mehrrümpflern, Langkielern, Gaffeltakelage, Yawls etc. philosophieren kann. Damit der Traum von einem größeren Boot nicht unerfüllt bleibt, werden diese nicht selten in Eignergemeinschaften erworben und unterhalten.

Kostengünstig auf große Fahrt
Eine beliebte Alternative zum Kauf eines größeren Schiffes ist das Chartern. Hierbei mietet oft eine Gruppe ein Schiff und teilt sich die Kosten. Unter der Seite www.segelcharter.nl zum Beispiel findet sich ein großes Angebot an traditionellen Segelschiffen, die in niederländischen Häfen zu chartern sind. Die Kosten reichen hier je nach Schiffsgröße von etwa 500 bis 1500 Euro pro Tag. Verteilt auf die Mitfahrer liegen die Kosten bei etwa 50 Euro pro Tag und Person, vorausgesetzt es sind alle Schlafplätze belegt. Hinzu kommt die Verpflegung. Damit ist das Segelschiff auch nicht teurer als ein Urlaub im normalen Mittelklassehotel.

Es gibt Charterangebote nicht nur an der Nord- und Ostsee sowie im gesamten Mittelmeerraum. Auch in fernen Revieren zum Beispiel in der Karabik gibt es Stützpunkte renommierter Bootsverleiher. Je nach Können und Selbstvertrauen kann das Schiff selbst gesteuert werden. Oder es ist in der Charter die Heuer für einen Skipper (Kapitän) und/oder Crew inklusive. Diese erfahrenen Seeleute haben die erforderlichen Schifferspatente, kennen die umgebenden Gewässer und führen die Mannschaft – worunter die Segelgäste zu verstehen sind. Eine derartige Charterreise ist nicht mit einer Kreuzfahrt zu verwechseln, wo die Reisenden den ganzen Tag umsorgt werden, vielmehr muss von der Nachtwache über die Arbeit an den Schoten bis zum Kochdienst in der Kombüse jeder mitmachen. Im Trend liegt bei Charterfreunden das sogenannte Flottillensegeln, bei dem im Verbund mehrerer Yachten im Kielwasser einer Proficrew gesegelt wird.

Medizin an Bord
Während spezielle Gesundheitsthemen bei Freizeitseglern, die auf Binnengewässern unterwegs sind, keine besondere Rolle spielen, sieht die Situation bei Hochseefahrten deutlich anders aus. Der Klassiker ist dabei zweifellos die Seekrankheit. Ob oder wie die Seekrankheit behandelt werden sollte, ist unter Medizinern wie Skippern ein häufig diskutiertes Thema.

Ein anderer wesentlicher Aspekt ist die medizinische Behandlung an Bord und die mitzuführende Reiseapotheke. Grundsätzlich ist auf See anders als daheim kein Notarzt oder Krankenhaus kurzfristig erreichbar. Darin ähnelt die Seereise Touren in weit abgelegene Regionen, wie etwa Trekking im Himalaya. Die wichtigsten Medikamente und Verbandsmaterialien sollten also an Bord vorhanden sein, wobei sich Ausstattungsumfang und Menge nach der Länge der Reise und der Entfernung vom Land richten. Während für Tagesausflüge ein einfacher Erste-Hilfe-Kasten genügt, darf die Ausstattung bei zweiwöchigen Törns durchaus etwas umfangreicher sein.

Chartertouristen können zwar davon ausgehen, dass eine Bordapotheke vorhanden ist. Insbesondere darf ein Vorrat an Verbandsmaterial, Schmerz- und Desinfektionsmitteln erwartet werden. Darauf verlassen sollte man sich allerdings nicht. Mediziner sind darüber hinaus gut beraten, nach eigenem Ermessen Medikamente für Notfälle mitführen, zum Beispiel injizierbare Antibiotika. Können sie doch leicht in die Situation kommen, als „Notarzt“ fungieren zu müssen. Näheres erläutert Dr. Frank Praetorius, langjähriger Fahrtensegler und Vorstandsmitglied in der Kreuzerabteilung des Deutschen Seglerverbandes, im Interview.

Das Schiff als Sozialhilfe
Neben dem Erlebniswert des Törns auf einem größeren Segelschiff stellt auch die soziale Situation an Bord eine Besonderheit dar, die geprägt ist von räumlicher Enge und Teamarbeit unter den Bedingungen des Nichtausweichenkönnens. Diese Situation macht mehrtägige Segeltörns einerseits interessant für Managerseminare und Betriebsausflüge, andererseits auch für die Jugenderziehung, die in der Segelpädagogik eine spezielle Form gefunden hat. Darüber hinaus hat sich das Segeln für behinderte Menschen als psychologisch wertvoll erwiesen – so gibt es gute Erfahrungen mit Blinden an Bord.




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Interview mit Dr. Frank Praetorius
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Von der Jolle zum Clipper: Boote und Schiffe jeder Größe



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