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Diabetes und Sport
Gefahr:
Hyper- und Hypoglykämie
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Gefahr: Hyper- und Hypoglykämie
Hyperglykämie bei Blutzuckerwerten
über 250 mg/dl ist ein Azeton-Test
im Urin notwendig, um festzustellen, ob
ein absoluter Insulinmangel vorliegt. Ist
das Ergebnis positiv, darf auf keinen Fall
Sport betrieben werden, bevor die Stoffwechsellage
nicht durch Insulin und ausreichende Flüssigkeitszufuhr
ausgeglichen wurde, sonst droht eine Ketoazidose
und im schlimmsten Fall ein Koma. Bei negativem
Azeton-Test ist Sport kein Problem.HypoglykämieWenn
die Insulin-Dosis vor dem Sport nicht reduziert
wird oder ausreichend Zusatz-Kohlenhydrate
zugeführt werden, besteht vor allem
für insulinpflichtige Diabetiker die
Gefahr einer Unterzuckerung. "Denn
die zugeführte Insulinmenge im Blut
wird anders als bei Gesunden
bei körperlicher Arbeit nicht automatisch
vom Körper herunterreguliert",
sagt Dr. Zimmer, Oberarzt der II. Medizinischen
Klinik am Klinikum Ingolstadt und Vorsitzender
der Initiativgruppe Diabetes und Sport e.V.
Zusätzlich steigt unter der körperlichen
Belastung die Insulinempfindlichkeit und
das Insulin bremst zusätzlich die Glukoseproduktion
in der Leber. Die Folge: Der Glukose-Mehrverbrauch
in den Muskeln kann nicht mehr gedeckt werden
der Blutzuckerspiegel sinkt. Dadurch
ist vor allem das Nervensystem gefährdet,
das seinen Energiebedarf normalerweise ausschließlich
über Glukose deckt.
Treten
die typischen Hypoglykämie-Symptome
auf, muss der Sport sofort unterbrochen
und der Blutzucker gemessen werden. Solche
Anzeichen sind:
Unruhe
Angst
Zittern
Mattigkeit
Schweißausbrüche
Kopfschmerzen
Ringe unter den Augen, Sehstörungen
Herzrasen
Plötzlicher Leistungseinbruch
Konzentrationsstörungen
Koordinations- und Gleichgewichtsstörungen
Bewegungsverlangsamung
Wesensveränderungen (plötzliche
Aggressivität oder Lethargie)
Die Symptome sind nicht bei jedem Diabetiker
gleich und können sich auch im individuellen
Fall im Laufe der Zeit verändern. Außerdem
können sie unter körperlicher
Anstrengung falsch gedeutet werden. Deshalb
sollten Begleitpersonen, wie Trainer, Lehrer
oder Freunde die typischen Unterzuckerungssymptome
kennen.
Die
Hypoglykämie ist eine ernst zu nehmende
Komplikation, die zur Bewusstlosigkeit und
unter Umständen zu zerebralen Dauerschäden
führen kann. Liegt der Blutzucker unter
80 mg/dl müssen deshalb sofort, schnell
resorbierbare Kohlenhydrate in ausreichender
Menge aufgenommen werden.
Bei
einer leichten Unterzuckerung sind Fruchtsäfte,
Obst oder Brot geeignet. Bei einer schweren
Hypoglykämie sind zunächst Würfelzucker
oder Traubenzucker empfehlenswert; zusätzlich
außerdem noch langsam resorbierbare
Kohlenhydrate in Form von Brot. Hat der
Diabetiker das Bewusstsein verloren, muss
ihm Glukagon intramuskulär oder subkutan
verabreicht werden. Steht Glukagon nicht
zur Verfügung muss der Notarzt Glukose
in die Vene injizieren. Nach einem Bewusstseinsverlust
ist ein Arztbesuch unbedingt ratsam, um
die Ursachen der Unterzuckerung abzuklären.
Grundsätzlich sollten Diabetiker beim
Sport immer Traubenzucker und Glukagon dabei
haben.
Damit
es erst gar nicht erst zur Hypoglykämie
kommt, sollte die Insulin- oder Medikamentendosis
sowohl vor als auch nach dem Sport reduziert
werden. Alternativ oder zusätzlich
empfiehlt sich vor oder während der
Belastung die Aufnahme von schnell resorbierbaren
Kohlenhydraten in Form von Obst, Keksen,
Müsliriegel, Traubenzucker oder Säften.
Um
wie viel die Insulindosis reduziert oder
wie viele Broteinheiten (BE) zusätzlich
aufgenommen werden sollten, ist von vielen
Faktoren abhängig: Intensität
und Dauer des Trainings, Abstand zur letzten
Nahrungsaufnahme und Insulininjektion, Behandlungsstrategie,
aktuelle Stoffwechsellage, Ernährungs-
und Trainingszustand. "Grundsätzlich
gilt: Bei einem relativ kurz andauernden
Training bis zu drei Stunden reicht in der
Regel die zusätzliche Aufnahme von
Kohlenhydraten: Pro Stunde etwa ein bis
drei BE. Bei länger andauernder Belastung
muss außerdem die Insulindosis drastisch
reduziert werden; bei ganztägigen Belastungen
beispielsweise um die Hälfte
und zwar sowohl vom Basis- als auch vom
Bolusinsulin", sagt Dr. Peter Zimmer.
Vor
dem Sport muss grundsätzlich der Blutzucker
gemessen werden. Liegt er unter 150 mg/dl
sollten noch ein bis zwei BE eingenommen
werden. Werte zwischen 150 und 250 mg/dl
sind zum Trainieren perfekt. Bei mehrstündigen
Belastungen sollten Zwischenwerte gemessen
werden. Zusätzlich ist eine Messung
nach dem Ende der Belastung und zwei bis
drei Stunden danach notwendig, um die Blutzuckerentwicklung
zu beurteilen. Denn auch nach dem Sport
kann der Blutzucker weiter absinken, weil
die Muskeln ihre Glukagon-Vorräte wieder
auffüllen. "Letztlich muss der
Diabetiker selber die Erfahrung machen,
wie er beim Sport auf unterschiedliche Bedingungen
reagiert", so Dr. Peter Zimmer. Er
sollte deshalb von Anfang an seine Blut-
und Harnzuckerwerte, Dauer und Intensität
der Belastung, Insulin- oder Tablettendosis,
Zusatzkohlenhydrate und mögliche Unterzuckerungssymptome
in einem Sporttagebuch protokollieren.
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