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17.07.2010 

 

 

 


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Diabetes und Sport

 

 

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Diabetes und Sport



Schätzungsweise fünf Millionen Menschen sind in Deutschland an Diabetes mellitus erkrankt. Weil vor allem der Typ-2-Diabetes im Anfangsstadium kaum Beschwerden macht, gehen Experten zusätzlich von einer hohen Dunkelziffer aus. Demnach wären sogar sieben bis acht Millionen von der Zuckerkrankheit betroffen. Und ein weiterer Anstieg der Krankheitsfälle wird befürchtet: Gab es 1997 weltweit noch 140 Millionen Typ-2-Diabetiker, soll sich ihre Zahl bis zum Jahre 2025 verdoppeln. Die Gründe dafür sind unter anderem das sich weiter verbreitende Übergewicht auch junger Bevölkerungskreise und Bewegungsmangel.

Ein alarmierender Trend, insbesondere, da die Erkrankung schwerwiegende Folgeprobleme, wie Neuro-, Nephro- und Retinopathien sowie Herz-Kreislauferkrankungen nach sich ziehen kann, die ohne die intensive Mitwirkung der Patienten nicht vermieden beziehungsweise gemildert werden können. So haben Diabetiker ein zwei- bis viermal so hohes Risiko, einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt zu erleiden, wie gesunde Menschen.

Betroffene müssen deshalb ihren Blutzucker im Auge behalten und sich diabetesgerecht ernähren. Während Typ-1-Diabetiker von Anfang an Insulin spritzen müssen, gibt es für Typ-2-Diabetiker abgestufte Behandlungsmöglichkeiten. Zunächst können sie ihre zu hohen Blutzuckerwerte durch eine Diät, Gewichtsreduktion und Sport senken. Wenn dies nicht ausreicht, stehen verschiedene blutzuckersenkende Medikamente in Tablettenform alleine oder in Kombination mit Insulin zur Verfügung. Alle Typ-1-, aber nur rund ein Viertel der deutschen Typ-2-Diabetiker benötigen Insulin.

Mit Sport das Risiko für Folgeerkrankungen senken
Sport hat nicht nur in der Anfangsphase des Typ-2-Diabetes einen therapeutischen Effekt. Weil er die Stoffwechselsituation insgesamt verbessert, vermindert er auch später das Risiko für Folgeerkrankungen. Darüber hinaus wirkt Sport bei Risikopatienten sogar vorbeugend. "Studien zeigen, dass regelmäßige Bewegung bei Patienten mit einer pathologischen Glukosetoleranz – einem Vorstadium des Typ-2 -Diabetes – in bis zu 60 Prozent der Fälle den Ausbruch der Krankheit verhindern kann", sagt Dr. med. Peter Zimmer, Oberarzt an der II. Medizinischen Klinik des Klinikum Ingolstadt und Vorsitzender der Initiativgruppe Diabetes und Sport e.V. "Sport beeinflusst letztlich alle Risikofaktoren des Typ-2-Diabetikers günstig", sagt Dr. Zimmer.

Durch körperliche Bewegung wird mehr Glukose in die Muskulatur geschleust, dadurch sinkt der Blutzucker. Nach rund 30 Minuten Belastung verbrennt die Muskulatur zusätzlich auch Fett. "Auf diesem Wege wird das Lipidprofil deutlich positiv beeinflusst", so Dr. Zimmer. Gleichzeitig steigt die Insulinempfindlichkeit der Muskelzellen. Dadurch führt die gleiche Insulinmenge zu einer stärkeren Blutzuckersenkung, oder dieselbe Menge Zucker in der Nahrung zu einem geringeren Anstieg des Blutzuckers. Auch die Stoffwechselleistung der Muskulatur, also die Verbrennung von Glukose und Fetten bei körperlicher Belastung, nimmt zu. Dadurch wird letztlich die Gewichtsreduktion erleichtert. Außerdem sinkt auch der Blutdruck.

"Die positiven Wirkungen halten bis zu 72 Stunden nach dem Training an", sagt Dr. Zimmer. Um dauerhaft zu profitieren sollten die Patienten deshalb mindestens dreimal pro Woche trainieren.

Bei Typ-1-Diabetikern verspricht Sport zwar keinen unmittelbaren therapeutischen Nutzen, regelmäßige Bewegung verbessert aber auch bei ihnen die körperliche Leistungsfähigkeit, das Lipidprofil, das Selbstbewusstsein und damit auch die Lebensqualität.

Fachärztliche Beratung und Schulung sind unverzichtbar
Die meist jugendlichen Typ-1-Diabetiker können grundsätzlich jeden Sport ausüben. Typ-2-Diabetiker sind dagegen oft durch diabetische Folge-Erkrankungen in ihrer Wahl eingeschränkt. "Für Typ-2-Diabetiker sind vor allem dynamische Sportarten empfehlenswert wie Schwimmen, Laufen, Skilanglauf, Walken, Nordic-Walken, Golfen, Tanzen oder Wandern. Von Kraftsportarten raten wir dagegen grundsätzlich ab, vor allem wenn zusätzlich ein hoher Blutdruck vorliegt", sagt Dr. Peter Zimmer. Generell sollten Diabetiker, die sich regelmäßig körperlich bewegen wollen, einen erfahrenen Diabetologen aufsuchen, der mögliche Risikofaktoren ausschließt.

Notwendig ist außerdem eine ausführliche Schulung – vor allem für Diabetiker, die Insulin spritzen oder blutzuckersenkende Tabletten einnehmen. Denn um eine Hyper- oder Hypoglykämie zu verhindern, müssen sie ihre Blutzuckerwerte auf die aktuellen Belastungen einstellen – entweder indem sie ausreichend Zusatz-Kohlenhydrate zuführen oder die Insulin-Dosis entsprechend reduzieren. In speziellen Sportgruppen können vor allem Typ-2- Diabetiker unter fachlicher Anleitung oder teilweise sogar unter ärztlicher Aufsicht langsam ihre eigene Leistungsfähigkeit erkunden.




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